Die Rohstahlerzeugung der 64 Länder, die an worldsteel berichten, ist im August 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 % auf 156,2 Mio. t gestiegen. Die chinesische Rohstahlproduktion erhöhte sich um 8,4 % auf 94,8 Mio.t. Aufgrund der Corona-Krise seien viele nationale Monatszahlen geschätzt und würden mit der Aktualisierung der Produktionszahlen des nächsten Monats überarbeitet werden, so der Weltstahlverband.

Die Rohstahlproduktion in Deutschland bleibt weiterhin abwärtsgerichtet: Im August sank die Erzeugung um 13 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Verlauf von Januar bis August lag die Stahlerzeugung um 16,5 % unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Anzeichen für eine Stabilisierung zeigen sich bei der Produktion bislang noch nicht.

Anlässlich der informellen Beratungen des EU-Handelsministerrats sprachen sich EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für eine Unterstützung der europäischen Stahlindustrie aus. Die Politik wolle und werde „die europäischen Stahlarbeiter in den verschiedenen Mitgliedsländern nicht im Stich lassen“, sagte Altmaier. Wichtig sei eine Wettbewerbsperspektive bei der geplanten Transformation hin zu grünem Stahl. Ein Instrument hierfür könne ein „Grenzausgleichsmechanismus“ sein, mit dem Produkte aus Ländern mit niedrigeren Klimavorgaben als in der EU bei ihrer Einfuhr mit einer Abgabe belegt werden. Dieser müsse jedoch mit Blick auf die WTO regelkonform ausgestaltet werden.

Um verlässliche Rahmenbedingungen für die Stahlindustrie zu schaffen, setze sich die Bundesregierung in Brüssel u.a. dafür ein, dass es im Bereich Wasserstoff ein Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse gebe, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in einem Interview. Er erkenne große Bereitschaft in der EU-Kommission, die beihilferechtliche Genehmigung für ein solches, sogenanntes IPCEI-Projekt zu erteilen. Nachfolgend müssten einzelne Förderbeträge festgelegt werden, die als Zuschuss zu konkreten Investitionen in der Stahlindustrie gewährt würden.

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden würde den Handelskonflikt der USA mit der EU beenden, wie sein Berater in außenpolitischen Fragestellungen, Antony Blinken, anlässlich einer virtuellen Veranstaltung der US-Handelskammer sagte. Anstelle den eigenen Bürgern zu schaden und sich mit den demokratischen Verbündeten auseinanderzusetzen, sollte an einem fairen Ansatz für internationalen Handel und Investitionen gearbeitet werden, wie Blinken betonte.

Spannende Zeiten – schauen wir mal wohin die Reise geht. Durchhalten ist angesagt!!!

 

Dominique Mayer

Bild-Quelle: © stock.adobe.com – natatravel

 

 

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