Altmaier will Stahlindustrie bei klimafreundlicher Umrüstung unterstützen

Innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre werde die Umstellung auf eine CO-neutrale Stahlproduktion erfolgen. Auf europäischer Ebene soll es den nationalen Regierungen erlaubt werden, ihre Stahlunternehmen bei der klimafreundlichen Umrüstung zu unterstützen, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Heimische Stahlunternehmen dürften durch die höheren Umweltstandards keine Konkurrenznachteile haben. Dies könnte z.B. durch die Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate verhindert werden, so Altmaier. Zudem plädiere er dafür, dass Industrieprodukte, die z.B. in China, Russland oder der Türkei weniger umweltfreundlich und zu niedrigeren Kosten erzeugt würden, mit einer Ausgleichsabgabe belegt werden.

Konjunkturpaket von 130 Mrd. € beschlossen

Nach zweitägigen Verhandlungen hat sich die Regierungskoalition auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 130 Mrd. € geeinigt, mit dem die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie weiter eingedämmt und Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz und Digitalisierung getätigt werden sollen. Neben steuerlichen Maßnahmen sei unter anderem ein Zuschuss aus Haushaltsmittel zur schrittweisen verlässlichen Senkung der EEG-Umlage geplant. Teil des Pakets seien auch Investitionen von rund 7 Mrd. Euro in den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Rahmen der „Nationalen Wasserstoffstrategie“

Stahlunternehmen: Unverzichtbar für die Wirtschaft
Deutschland ist der größte Stahlhersteller in der EU und der siebtgrößte Stahlhersteller der Welt. Als Basisindustrie hat die Stahlbranche eine besondere Bedeutung für die Wertschöpfungsketten und ist zudem das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

Führender Stahlstandort in Europa
Deutschland ist mit einer jährlichen Produktion von knapp 42 Millionen Tonnen Rohstahl (2016) der siebtgrößte Stahlhersteller weltweit sowie der größte in der Europäischen Union (EU-28). Auf Deutschland entfallen rund 2,6 Prozent der Welterzeugung bzw. mehr als ein Viertel der Rohstahlerzeugung in der EU. Mit 17,2 Milliarden Euro hat die Stahlindustrie in Deutschland einen Anteil von rund 30 Prozent an der Wertschöpfung in der Stahlindustrie in Europa.

Rund 70 Prozent des Stahls werden in Deutschland in integrierten Hüttenwerken (Hochofen, Stahl- und Walzwerk) erschmolzen, die verbleibenden 30 Prozent über die Elektrostahlroute hergestellt. Die Erzeugung von warmgewalzten Fertigerzeugnissen betrug im Jahr 2016 36,6 Mio. Tonnen. Der Schwerpunkt liegt mit einem Anteil von ca. 66 Prozent bei den Flacherzeugnissen, 34 Prozent sind Langerzeugnisse. Nichtrostende und legierte Stähle haben in Deutschland mit über 50 Prozent Anteil an der Gesamtproduktion einen höheren Stellenwert als im internationalen Vergleich (ca. 30 Prozent). Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit der größten Stahlerzeugung.

 

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