Neue Stahlsorten eröffnen dem Maschinen- und Anlagenbau neue Möglichkeiten für kostengünstige Leichtbaukonzepte, für immer leistungsfähigere Konstruktionen, für immer bessere Verarbeitungseigenschaften, für den Einsatz unter Extrembedingungen. Wir bei VERMAY in Pulheim beobachten diese Entwicklungen mit großem Interesse.

Seit mehr als 3000 Jahren ist der Werkstoff Stahl eine der wichtigsten Grundlagen für technischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Viele Entwicklungsschübe, wie z. B. Dampfmaschine, Eisenbahn, Starkstromtechnik, Automobil, Ammoniaksynthese, Gasturbine, Gasverflüssigungsanlagen, Kraftwerke, Magnetschwebebahn hätten ohne Stahl nicht zu den industriellen Hochleistungen geführt, die wir heute als selbstverständlich empfinden. Und trotz seines hohen Alters gehört Stahl nicht zum „alten Eisen“. Die ständige Weiterentwicklung führte zu einer großen Anzahl von Stahlsorten, die kontinuierlich den steigenden Anforderungen in den verschiedenen Anwendungsfeldern angepasst wurden. Diese Entwicklung kam auch solchen Werkstoffen zugute, die heute mit Stahl im Wettbewerb stehen. Die wirtschaftliche Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen, Beton, Aluminium und Keramik wären ohne Stahl nicht möglich. Die Vielfalt der Eigenschaftsmerkmale, kombiniert mit zahlreichen Erzeugnis- bzw. Lieferformen wie Bleche, Rohre, Profile, Guß- und Schmiedestücke, Stäbe, Drähte oder Seile, macht Stahl in nahezu allen Bereichen der Technik unentbehrlich. Bei vielen Endprodukten ist Stahl der dominierende Werkstoff. Der Maschinen- und Anlagenbau bietet dafür überzeugende Beispiele. Und in fast jedem Endprodukt ist, wie auch bei unseren Stell- und Maschinenfüßen Stahl derjenige Bestandteil, dem besonders hohe Leistungen abverlangt werden.

 

Stell- und Maschinenfüße aus dem Hause VERMAY in Pulheim

Stahl kann in so vielfältiger Weise verwendet werden, weil seine physikalischen und chemischen Eigenschaften in weiten Grenzen gezielt verändert werden können. Dabei gelingt es, auch widersprüchliche Eigenschaften in einer Sorte anzulegen. Zur Herstellung von Tiefziehteilen für Autokarosserien und Haushaltsgeräte muss sich ein Feinblech sehr gut umformen lassen. Unsere Schwerlastfüße (SLF-E) dagegen müssen hohe Stoßbeanspruchungen millionenfach aufnehmen können, ohne ihre ursprüngliche Form zu verlieren. Stähle für den Stahl- und Behälterbau müssen besonders gut schweißgeeignet sein, während von Baggerschaufeln und Brechwerken hohe Abriebfestigkeit gefordert wird. Wasserstoffbeständigkeit bei erhöhten Temperaturen ist eine unerlässliche Anforderung bei Hochdruckreaktoren der Düngemittel- und Erdölchemie. Hohe Erwartungen an Keimfreiheit und Hygiene in der Medizin- und Lebensmitteltechnik sowie bei vielen Verpackungen lassen sich mit Erzeugnissen aus nichtrostenden Stählen erfüllen.

Mit den hochfesten schweißgeeigneten Feinkornbaustählen lassen sich beispielsweise hochbeanspruchbare Konstruktionen für höchste Sicherheitsanforderungen bei gleichzeitiger Verminderung der Werkstoff- und Verarbeitungskosten ausführen.

 

Weniger ist mehr

Stähle werden immer fester und ermöglichen immer schlankere Strukturen. Das spart Ressourcen, benötigt weniger Energie und senkt CO2-Emissionen. Verbesserungen bei Konstruktion und Fertigungstechnik steigern Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität. Ein Beispiel aus dem Kranbau: Während noch im Jahr 1975 ein überwiegend aus allgemeinen Baustählen hergestellter Autokran für Traglasten von 140 Tonnen ein Einsatzgewicht von 95 Tonnen hatte, beträgt bei einem modernen, unter Verwendung von hochfestem Feinkornbaustahl gefertigten Teleskop-Mobilkran mit einer Traglast von 160 Tonnen das Einsatzgewicht lediglich 60 Tonnen. Die Forderungen nach erhöhter Festigkeit bei sehr guter Eignung zum Kaltumformen und zur Veredelung der Oberflächen durch Verzinken oder durch Beschichten mit Kunststoffen zum Schutz gegen Korrosion haben z. B. zu höher- und höchstfesten Stählen geführt.

 

Dominique Mayer

Bildnachweis: © Adobe Stock – srki66

Rückruf erwünscht?
x