Die VERMAY GmbH & Co. KG aus dem nordrhein-westfälischen Pulheim hat, in Anbetracht der Bedeutung des Marktes für Hygienic Design, die unternehmerische Entscheidung getroffen, zukünftig eigene Produkte aus dem Bereich Hygienic Design zu entwerfen und zu produzieren. Ziel ist es, im Anschluss an Planung und Produktion die neuentworfenen Produkte und zwar vorwiegend Stell- und Maschinenfüße, EHEDG-zertifizieren zu lassen. EHEDG steht für European Hygienic Engineering and Design Group. Für die künftige EHEDG-Zertifizierung neuer Produkte der VERMAY GmbH & Co. KG mit Firmensitz in Pulheim ist das EHEDG-Forschungszentrum Weihenstephan in Freising der Ansprechpartner. Die dortige Abteilung „Hygienic Design“ ist auf dem Weltmarkt führend und anerkannt mit ihrer „Durchführung von Testmethoden zur Prüfung der Hygienic Design-Eigenschaften von Armaturen und Komponenten“.

Mit der Entwicklung von VERMAY Stell- und Maschinenfüßen für den Bereich Hygienic Design wird das Grundziel verfolgt, eine mikrobielle Kontamination von Nahrungsmitteln schon im Ansatz zu verhindern. Ursprung derartiger Kontaminationen in der Lebensmittelherstellung sind beispielsweise Rohstoffe. Doch das Produkt kann durchaus auch während der Verarbeitung oder während des Verpackungsvorganges mit Mikroorganismen kontaminiert werden. Naturgemäß ist es schwierig bis hin zu kaum möglich, nicht hygienegerecht konstruierte Apparate und Maschinen von Mikroorganismen zu befreien, sie also hygienisch zu reinigen. Sie überleben und setzen sich buchstäblich überall fest; zum Beispiel in Spalten, in unzugänglichen Bereichen sowie in Produktionsrückständen. Die Ziele und Zwecke der Konstruktion von Apparaten einerseits können durchaus mit den funktionellen Notwendigkeiten von hygienischen Erfordernissen andererseits kollidieren. In diesem Spannungsfeld muss ein Kompromiss gefunden werden, bei dem die Lebensmittelsicherheit in keiner Weise infrage gestellt ist. Ein Nachrüsten bestehender Maschinen ist erfahrungsgemäß kostspielig und wenig effizient. Daraus folgt, jegliche hygienische Anforderungen bereits in einer möglichst frühen Planungsphase zu berücksichtigen.

Zu den damit verbundenen Vorteilen gehören
• hohe Produktsicherheit
• längere Lebensdauer von Apparat respektive Maschine
• niedriger Wartungsaufwand
• unterm Strich geringere Produktionskosten

Jegliche Ansprüche an die zur Herstellung von Apparaten und Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie verwendeten Werkstoffe sind hoch. Sie müssen gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln chemisch inert, das heißt unreaktiv sein. Das lateinische Wort inert heißt ins Deutsche übersetzt untätig oder unbeteiligt. Inert bedeutet in diesem speziellen Sinn nicht toxisch, mechanisch stabil und korrosionsbeständig. Die Oberflächengüte darf durch den Gebrauch nicht beeinträchtigt werden. Sämtliche nicht produktberührten Materialien sollten bestenfalls oberflächenglatt und leicht zu reinigen sein.

Als erste Materialwahl zum Bau von Prozessanlagen für die Lebensmittelindustrie gelten Edelstähle. Alternativen dazu sind polymere Kunststoffe. Zu ihren Vorteilen gegenüber dem rostfreien Edelstahl gehören eine bessere chemische Widerstandsfähigkeit sowie deutlich niedrigere Kosten. Unentbehrlich ist jedoch die Nicht-Toxizität, also die Nicht-Giftigkeit von Materialien wie Elastomere, wie Klebstoffe, Schmiermittel sowie Signalübertragungsflüssigkeiten. Der Korrosionsschutz von Edelstählen ist recht ausgeprägt. Das ist einer der Gründe für ihren bevorzugten Einsatz in der Lebensmittel- und Medizinbranche. Die Sortenauswahl an Edelstählen ist groß. Ausschlaggebend für die Auswahl der jeweils zutreffenden Edelstahlsorte ist, wie korrosiv, das heißt zerfressend oder zerstörend der Prozess im Hinblick auf die einbezogenen chemischen Ionen, auf den pH-Wert und auf die Temperatur der verwendeten Reinigungs- oder Desinfektionsmittel ist. Ein weiteres Kriterium ist das Ausmaß der Beanspruchung, dem der Edelstahl dauerhaft ausgesetzt ist.

Auch die richtige Auswahl an Klebestoffen trägt zu einer Vermeidung von mikrobiellen Kontaminationen von Nahrungs- und Lebensmitteln bei. Verwendete Klebestoffe sollten ausnahmslos mit den FDA-Bestimmungen korrespondieren. FDA steht für Food and Drug Administration, zu Deutsch „Behörde für Lebens- und Arzneimittel“ als US-amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung mit Sitz im Bundesstaat Maryland. Klebestoffe, mit denen Dichtungen befestigt werden, sollten den Empfehlungen derjenigen Gerätehersteller entsprechen, für deren Geräte die jeweiligen Dichtungen verwendet werden. Eins wie das andere ist unabdingbar notwendig.

Die Verbindungen müssen allesamt durchgängig geklebt und in einem mechanisch einwandfreien Zustand sein. Das Klebemittel darf sich zu keinem Zeitpunkt und in keiner Situation von dem Grundmaterial lösen, mit dem es verbunden ist.

Vor diesem Hintergrund gibt es bis zur EHEDG-Zertifizierung noch einiges zu tun für die Mitarbeiter der VERMAY GmbH & Co. KG.

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